GINA GAREN

Bilder - Gedichte - Aphorismen

Gina Garen Buch Bilder

* * *

Lasst mich schlafen, ich möchte träumen
von roten Orangen an blauen Bäumen
ich möchte an grünen Flüssen stehn
und dort nach den roten Segeln sehn
die von den Booten herüberwinken
die niemals verschwinden, niemals sinken

ich möchte sie trinken die Freiheit und Liebe
ohne die Frage, was dann noch bliebe
ich möchte die Welt ohne Schilder sehn
möcht Straßen ohne Ende gehen
ich möchte Geheimnis ins Leben weben
nicht nur Achtung, Vernunft und Streben
drum lasst mich schlafen, lasst mich liegen
und meine Träume wiegen.

* * *

Eine Melodie kam geflogen
eine Vogel nahm sie mit
er ist nach Süden geflogen
dort tanzt sie heute
im Walzerschritt

* * *

Ich lache - denn die Sonne zaubert
Schattenspiele gegen die Bäume
Ich lache - denn ich verstehe die Sprache des Windes
Ich lache - denn das Licht hat so viele Gesichter
Ich lache - weil das Leben so herrlich ist

* * *

Ich habe so viele Gedanken
es wird eine zu lange Geschichte
ich habe keine Gedanken
und die Bilder verstummen
Orchideen atmen romantische Träume
endlos scheint ihre Schönheit zu sein
lautlos gleitest du in die Trägheit des Lassens
von nichts begleitet als dem Suchen nach der Schöpfung

* * *

Halte die Blätter
ich halte den Mond
niemand muss deswegen weinen
Halte die Blätter ich fange sie schon
Rosen und Lavendel und Eichen die träumen
Halte die Sonne das Korn, den Boden den Schatten davon
und ich sag dir das war das Leben

* * *

Meine Gedanken haben mich verlassen
sie flattern wie bunte Tauben
und meine Hand voll Samen der Erinnerung
lockt vergeblich
meine Gefühle sind Treibsand
Risse, letzte Fasern
ich finde nur Stückwerk von dem was war
und auch das droht zu entgleiten
in diesem Verlassen einer Einheit
in deinem Blut
deinem Herzschlag
deinen Ahnungen um meinen Schmerz
den ich beim Abschied meinte
lachend ertragen zu können
da ich den Preis für geliehene Träume noch nicht kannte

* * *

Lass mich im Orangengarten
mit den Wolken deiner Sehnesucht
Wolken, die du nie mehr wolltest
Wolken, die nur deinen Zeitraum einzäunen
du lachst ohne zu lächeln
du redest ohne Sinn
du raffst dich auf
dem Boot seinen Antrieb zu geben
das Boot schleppt die Zeit, die wir hatten

* * *

Sonnenuntergang schreit nach Umarmung
Wellen versprechen Trost und Befreiung
Torbögen verlangen nach Liedern
die über endlose Stufen fallen
Sterne küssen Fischerboote
Jasminduft streichelt das Mondlicht
Luft voll mit Gnade Friede ist hier kein Fremdwort
Stille wird neu geboren

* * *

Ich nehme dich mit in einem Nachen
voll mit Rosen und dem Duft des Vergessens
kein Abschied mit Trauer
nur Zurücklassen von Träumen
die ich dir brachte wie längst vergessene Sehnsucht
nach sich fallen lassen
in immer wiederkehrende Flut von Zärtlichkeit
die ohne Ende dich in das was du morgen bist begleitet
bereits mit dem Saum der Vergänglichkeit gezeichnet
und doch - ich war da !

* * *

Nacht hat Gesichter
der Tag hat Wolken
der Garten hat Düfte
die Kindheit hat Unschuld
ich habe nur Fragen

* * *

Man kann versuchen
Loszulassen
zu vergessen
auszulöschen
zu zertreten
totzuschweigen
aber die Zeit
bleibt das was sie war
du und ich

* * *

Es ist wie ein Flügelschlag
wie eine Kornfeld
wie eine lange Nacht
wie Tausende von Jahren
eine einzige Umarmung von dir
und der nächste Gedanke hat dich bereits verlassen
der Morgen versucht dich wiederzufinden

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